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Vortrag von Nicolo Figowy (Eintritt frei)
Der Hamburger Musikwissenschaftler Nicolo Figowy befaßt sich schon seit Jahren mit der künstlerischen Persönlichkeit Feinbergs. Für das internationale Standardwerk "Die Musik in Geschichte und Gegenwart" (MGG) trug er den Personenartikel Feinberg bei (Bd. 6, 2001), der auch das bislang vollständigste Werkverzeichnis des Komponisten bietet.
Im vergangenen Jahr wurde der Autor das zweite Mal zu einem Gastvortrag nach Moskau eingeladen, wo 2008 in einer Schriftenreihe des Konservatoriums sein Aufsatz (russ.) "Feinbergs Klavierabende in Deutschland" erschien. Ergänzend dazu ist im Foyer des Lichtwarksaals ausgewähltes, zum Teil unveröffentliches Material zu Leben und Werk Feinbergs ausgestellt.
Samuil Feinberg geboren 1890 in Odessa, gestorben 1962 in Moskau
Als Pianist ein Meister seines Fachs, war Samuil Feinberg zugleich ein tätiger und hochrangiger Komponist. Er zählte vier Jahrzehnte lang zu den prägenden Lehrerpersönlichkeiten am Moskauer Konservatorium und ist darüber hinaus als ideenreicher Autor hervorgetreten. Sein feinnerviges Spiel prädestinierte ihn für die Musik Skrjabins, neben Beethoven und Bach ein Eckpfeiler seines umfassenden Repertoires. In den 1920er Jahren galt Feinberg als der wichtigste Interpret der jungen russischen Klaviermusik, die er selbst um wesentliche Beiträge bereichert hat. Neben einer Vielzahl von Liedern, Klavierstücken und wenigen Kammermusikwerken bilden die 12 Klaviersonaten das Zentrum seines Schaffens, das zudem drei Klavierkonzerte und eine nicht geringe Zahl an Transkriptionen umfasst.
Im Zuge der Zusammenarbeit zwischen der von ihm mitbegründeten Vereinigung für zeitgenössische Musik (ASM) und der IGNM (Internationale Gesellschaft für Neue Musik) wurde Feinberg 1925 zum Dritten internationalen Kammermusikfest in Venedig entsandt, wo er Russland mit seiner 6. Klaviersonate vertrat. Es war dies ein Jahrzehnt reicher Entfaltungsmöglichkeiten - insbesonders zu nennen 1927 mit Auftritten in Frankfurt a.M., Berlin, München, Leipzig und Hamburg. 1929 reiste Feinberg - bereits im Visier des Verbandes Proletarischer Musiker (RAPM) - ein letztes Mal zu Konzerten ins Ausland. Der fruchtbare kulturelle Austausch zwischen der Sowjetunion und den europäischen Musikzentren kam nun zum Erliegen und Feinbergs hoffnungsvoller Versuch, sich in Westeuropa einen Namen zu machen zu einem vorzeitigen Ende. Die politischen Systeme rissen eine empfindliche Lücke, die sich erst langsam wieder schließen sollte. In Nachkriegsdeutschland fehlte es an Materialien, der Name Feinberg war kein Begriff. Doch die Zeiten wandeln sich; nachwachsende Musiker und Forscher verlegen sich auf neue Aufgaben. Und so scheint rund 50 Jahre nach seinem Tode Samuil Feinberg heute auch außerhalb Russlands der Vergessenheit entrissen, der er über die Jahrzehnte hier anheim gefallen war. |
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Konzertankündigung Musikhalle Hamburg mit dem Pianist Samuil Feinberg im “Hamburger Fremden- blatt” am 1. Nov. 1927
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