Kammermusikfest Hamburg

01. bis 15. November 2017

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Aktuelles

Musik ist eine universelle Sprache, die auf der ganzen Welt verstanden wird, und somit alle Grenzen überschreitet. Viele Komponisten und Musiker verbreiten ihre Kunst auf der ganzen Welt. In wohl den meisten Musikerbiografien finden sich daher Hinweise auf mehr oder weniger lange Ortswechsel. Viele emigrieren freiwillig weil es ihr Beruf erfordert, oder sie sich anderswo bessere Bedingungen erhoffen. Andere wurden gezwungen ihre Heimat zu verlassen. Da Künstler Freiheiten brauchen um sich zu entwickeln, geraten sie häufig in Konflikt mit totalitären Regimes, was dann meistens eine Emigration nach sich zieht.

Exemplarisch steht dafür z.B. Hanns Eisler, dessen Musik nicht den "Normvorstellungen" entsprach, und der darüber hinaus noch Kommunist und jüdischer Abstammung war. Er flüchtete über Mexico in die USA, wo er allerdings 1946 eines der ersten Opfer der Antikommunismus-Hysterie wurde und das Land wieder verlassen musste. Er ging schließlich nach Ost-Berlin und war einer der wichtigsten Komponisten in der DDR.

Gleich ihm traf es den größten Teil der künstlerischen Elite in Deutschland und den besetzten Gebieten. Ein regelrechter Exodus war die Folge. Länder wie die USA und andere haben sich bereitgefunden viele der Vertriebenen aufzunehmen.

Auch fast alle anderen Komponisten des diesjährigen Musikfestes haben einen Migrationshintergrund. Béla Bartók emigrierte 1940 in die USA, nachdem die Verhältnisse in Ungarn für ihn untragbar geworden waren. Ernest Bloch erhielt 1924 die amerikanische Staatsbürgerschaft, nachdem er bereits zuvor einige Jahre dort zugebracht hatte. Mieczysław Weinberg kam gewissermaßen vom Regen in die Traufe als er 1939 überstürzt Polen verließ. Als Jude hatte er auch in der Sowjetunion einen schweren Stand.  Igor Strawinsky hatte ein bewegtes Leben, welches ihn von Russland über Frankreich in die USA führte. Hans Gál musste ebenfalls bereits 1933 vor den Nationalsozialisten fliehen und kam dann über Wien nach Edinburgh, wo er an der Universität eine Anstellung bekam. George Enescu war in seinem Heimatland Rumänien ein geachteter Mann, aber nachdem das Land kommunistisch geworden war, kehrte er von einer Tournee durch die Vereinigten Staaten nicht mehr zurück und lebte fortan in Paris.

Frédéric Chopin wurde zwar nicht gezwungen das Land zu verlassen, aber während er eine längere Auslandsreise unternahm, brach in Warschau ein Aufstand gegen die russischen Besatzer aus, und er konnte als offener Sympathisant der Aufständischen nicht zurückkehren. So blieb er bis zu seinem Tode in Paris. Arvo Pärt hatte sich bereits früh in der Sowjetunion unbeliebt gemacht, da er einen Kompositionsstil pflegte, der unter das offizielle Formalismus-Verdikt fiel. Unter dem Druck der Regierung emigrierte er 1980 nach Wien und erhielt dort die österreichische Staatsbürgerschaft. Manuel de Falla emigrierte auf Grund der Repressionen und des politischen Klimas im spanischen Bürgerkrieg 1936 nach Argentinien. Isang Yun wurde Opfer einer Entführung durch den südkoreanischen Geheimdienst und in deren Folge von einem Gericht in Seoul zu einer langen Haftstrafe wegen Landesverrats verurteilt. Nur Proteste namhafter Musiker konnten ihn davor bewahren, und so war es ihm möglich nach Berlin zu ziehen und die deutsche Staatsbürgerschaft zu erhalten.

"Ich bin ein Brückenbauer zwischen den Kulturen" sagt Fazil Say und zieht es vor in Deutschland zu leben, da er auf Grund seiner offenen Gegnerschaft zur derzeitigen Regierung in der Türkei mit Inhaftierung rechnen müsste.

Getrieben durch ein Gefühl von Heimatlosigkeit oder von der Sehnsucht dort zu agieren wo die Wurzeln einer Musikrichtung liegen und dort zu wirken, wo sich gerade das aktuelle Zentrum eines gemeinsamen künstlerischen Schaffens befindet, sind wesentliche Bestandteile der künstlerischen Schaffenskraft.

Durch diese Art der Migration von Komponisten und den damit verbundenen kulturellen Austausch entstehen immer wieder neue Werke, die es sonst in dieser ausgeprägten Vielfalt nicht gäbe. Diese "grenzenlose" Internationalisierung und Globalisierung in der Musik ist somit gleichzeitig  auch eine große Bereicherung und verschafft dem Publikum neue interessante Hörgenüsse.

Heute ist es an der Tagesordnung Künstler aus aller Welt zu Gast zu haben und beim diesjährigen Hamburger Kammermusikfest International steht das Thema Migration auch im Zusammenhang mit aktuell betroffenen Musikerinnen und Musikern.

Im Rahmen des Podiums "classicYoungstRs" studieren wieder junge preisgekrönte Nachwuchsmusikerinnen und -musiker außergewöhnliche Werke im Rahmen der jeweiligen Programmatik extra für das Hamburger Kammermusikfest ein und nehmen diese somit in ihr Repertoire auf.

Erleben Sie mit uns die "grenzenlosen" und außergewöhnlichen Kompositionen,
dargeboten von einzigartigen Formationen internationaler Künstler!

Mathias Meyer                                                                   Elisaveta Blumina
Projektleitung                                                                    Künstlerische Leitung
Vorstandsvorsitzender Musikförderung e.V.

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