Horizonte
Werke bedeutender russischer Komponisten gerade in Hamburg zu Gehör zu bringen, ist das Anliegen des 2. Russischen Kammermusikfestes. Mit namhaften Musikerinnen und Musikern, nicht nur aus Russland, laden wir Sie ein, das vielfältige - jedoch hier weniger geläufige - kammermusikalische Repertoire des russischen bzw. sowjetischen Kulturraumes zu entdecken. Diesen Horizont zu erweitern ist die spannende Aufgabe, die sich der Verein Musikförderung e.V. gesetzt hat.
Viele Komponisten, deren Werke zur Aufführung gelangen, stammen aus St. Petersburg, der neben Moskau bedeutendsten Stadt Russlands, nicht nur für die Musikwelt. Hamburg ist seit vielen Jahrzehnten die Partnerstadt St. Petersburgs. Das Ziel des Vereins Musikförderung e.V. ist es nicht zuletzt, diese Partnerschaft auf musikalischem Fundament zu vertiefen.
Wie im vergangenen Jahr mit dem Spätromantiker Nikolai Medtner soll auch in diesem Jahr ein Komponist im Fokus des Festivals stehen: Samuil Feinberg (1890-1962). Mehrere Werkinterpretationen von Feinberg, wie es sie in dieser Dichte im deutschsprachigen Raum noch nicht gegeben hat, durchziehen das Festivalprogramm.
Mit Kompositionen von Dmitri Schostakowitsch und Reinhold Glière eröffnet das Philharmonische Streichoktett Berlin den achtteiligen Konzertzyklus und trägt somit die hochklassige Streicherkultur der Berliner Philharmoniker in die Laeiszhalle Hamburg. Kompositionen von Glière kamen schon beim 1. Fest 2010 zur Aufführung und wurden vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen. Als Gast aus Moskau begrüßen wir Victor Bunin, der in seinem Klavierabend den Bogen von Sergej Tanejew über dessen bedeutendste Schüler bis hin zu Anatoli Alexandrow spannt, ebenso aber Einblick in das gewichtige Schaffen seines Lehrers Samuil Feinberg gibt, von dem er in den späten 50er Jahren ausgebildet wurde. Puschkin-Vertonungen verschiedener Meister, darunter Glinka und Rimski-Korsakow, im Wechsel mit ausgewählten Miniaturen für Klavier präsentieren die Sopranistin Alla Kravchuk (Staatsoper Hannover) und die Pianistin Natascha Konsistorum. Das Lubotsky-Trio, um den vielleicht verdientesten Schnittke-Interpreten unserer Tage, den Geiger Mark Lubotsky, setzt einen besonderen Programm-Akzent mit der Aufführung von Rimski-Korsakows einzigem Klaviertrio, einem von deutsch-romantischem Geist erfüllten Werk der Reifezeit des Komponisten. David Geringas, gerngesehener Gast auf den internationalen Konzertpodien und sein Begleiter Jascha Nemtsov haben für ihren Duo-Abend ein vielversprechendes Programm mit Werken für Cello und Klavier von Prokofjew, Rachmaninow und dem in jüngster Zeit für Furore sorgenden Zeitgenossen Mieczyslaw Weinberg zusammengestellt. Das junge Klavierduo Gerzenberg, von Haus aus musikalisch vorgeprägt, steht mittlerweile vor einer hoffnungsvollen Künstlerlaufbahn und gibt mit Originalkompositionen von Glinka, dem Vater der russischen Kunstmusik, Anton Rubinstein, Mili Balakirew, sowie Feinberg und Rachmaninow eindrucksvolle Proben seines Könnens. Die KulturKirche Altona mit ihrer prächtigen Orgel ließ es naheliegend erscheinen, das Kammermusikfest mit einem Orgelkonzert zu bereichern. Friedemann Herz, ein ausgewiesener Kenner nicht nur der russischen Orgelliteratur, bringt das in Fachkreisen hochgeschätzte Instrument zum Klingen und bereichert das Kammermusikfest mit zeitgenössischen weltlichen Orgelwerken, darunter von Juri Falik, Viktor Suslin und Sofia Gubaidulina, die in diesem Jahr ihren 80. Geburtstag begeht. Mit Tanja Becker-Bender (Violine) und Lilya Zilberstein (Klavier) beschließen zwei Künstlerinnen von Weltruf den Konzertzyklus, in dem sie wieder zu Samuil Feinberg zurückkehren, sich aber auch dessen Zeitgenossen Prokofjew und zwei so unterschiedlichen Vertretern der russischen Musikkultur wie Alfred Schnittke und Nikolai Medtner zuwenden werden. Wir wünschen Ihnen spannende Konzertereignisse! Ihr Verein Musikförderung e.V.
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Das Abschlusskonzert des 1. Russischen Kammermusikfest 2010 mit dem Atrium-Quartett in der KulturKirche Altona
gefördert durch:
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