Musikförderung e.V.

Bonjour la Russie

Die besondere Faszination russischer Kammermusik liegt im Reichtum der Inspirationen, aus dem russische Komponisten schöpfen können. Viele Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts verbanden Einflüsse aus russischen Volksweisen, russischer Literatur und Märchen mit Strömungen aus der europäischen Klassik und schufen einen charakteristischen russischen Musikstil.

Als Gastgeber eines Musikfestes russischer Musikkultur ist die weltoffene Stadt Hamburg geradezu prädestiniert. Die Hansestadt ist u.a. seit über 55 Jahren als Partnerstadt mit St. Petersburg verbunden. Der Hamburger Verein Musikförderung veranstaltet das Russische Kammermusikfest bereits zum fünften Mal, um diese Partnerschaft auch auf musikalischem Fundament zu vertiefen − unterstützt von mehreren Hamburger Stiftungen (vornehmlich der Hans-Kauffmann-Stiftung).
Mit einer großen Nuancenvielfalt russischer Kammermusik bereichert dieses im deutschsprachigen Raum einzigartige Musikfest nicht nur das Hamburger Musikleben.
 
In diesem Jahr steht die besondere kulturelle Verbindung zwischen Russland und Frankreich im Fokus des 5. Russischen Kammermusikfestes Hamburg 2014. Die Konzertprogramme spiegeln mit exemplarischen Werken russischer und französischer Komponisten diese Verbindung wieder.

Noch vor 100 Jahren war Französisch die in den oberen Schichten Russlands dominierende Sprache. Viele Wörter und Redewendungen haben auf diesem Weg heute ihren Platz in der russischen Umgangssprache gefunden. Gleichzeitig fand ein umfassender kultureller Austausch statt. So hatten Bildende Künstler wie Kandinsky entscheidende Schaffensperioden in Frankreich, und das Ensemble "Ballets Russes" des Impresarios Sergej Djagilew feierte sensationelle Ballett-Erfolge in Paris. Komponisten wie Debussy, Poulenc oder Ravel bewunderten die Russische Musik und waren glühende Verehrer von Mussorgski, Glinka oder Prokofjew. So widmete Poulenc z.B. seine Oboen Sonate Sergej Prokofjew, die beim Russischen Kammermusikfest von Kalev Kuljus und Elisaveta Blumina vorgetragen wird.
Viele russische Künstler suchten ihre Wahlheimat in Frankreich; Prokofjew und Glasunow komponierten hier viele Werke. Strawinskys berühmtes Ballett "Le Sacre du Printemps", uraufgeführt im Théâtre des Champs-Élysées Paris, wurde zu einem der größten Musikskandale des letzten Jahrhunderts.

Das Ensemble Blumina eröffnet gemeinsam mit Freunden das diesjährige Kammermusikfest. Zu hören sein werden gleich zwei Uraufführungen: das Trio für Oboe, Fagott und Klavier von Uri Brener mit einer dem Ensemble gewidmeten Version sowie „Les Fleurs du silence“ für Sopran und Saxophon von Maria Bulgakova (nach Texten von Charles Baudelaire), welches die Komponistin und Sopranistin dem Russischen Kammermusikfest gewidmet hat und von ihr selbst vortragen wird.
Zu den weiteren Konzerten werden wieder viele virtuose Musiker erwartet: u.a. der Pianist Vassily Lobanov (der seinerzeit noch mit Swjatoslaw Richter vierhändig gespielt hat), der Starpianist Alexej Volodin, der in Hamburg sein Debut gibt und das für seine exzellenten zeitgenössischen Interpretationen bekannte Khachaturyan Trio aus Armenien.
2014 jährt sich zum 200. Mal der Geburtstag von Adolphe Sax, dem Erfinder des nach ihm benannten Instrumentes. Schon Ravel berücksichtigte das Saxophon zum Beispiel in seinem "Bolero". Auch die russischen Komponisten nahmen diese Erweiterung des Klangspektrums mit großer Begeisterung auf, wie z.B. Glasunow, der ein Konzert für Saxophon und Orchester schrieb. Das Berliner Saxophon Quartett „clair-obscur“ wird im Programm des Abschlusskonzertes neben kammermusikalischen Werken auch mit einigen Jazzstücken überraschen.

Auch in diesem Jahr werden wieder junge herausragende Talente, wie die vielversprechende holländische Cellistin Ella van Poucke mit Ihrem Bruder Nicolas van Poucke am Klavier, Kostproben ihrer Virtuosität geben.

Wir freuen uns gemeinsam mit Ihnen auf viele spannende Konzerte!

Elisaveta Blumina
Künstlerische Leitung

Mathias Meyer
Projektleitung
Vorstandsvorsitzender Musikförderung e.V.
 

 

“Zum Weinen schön”
Hamburger Abendblatt, 16.9.2013

“Im Osten viel Neues / Unerhörte Entdeckungen…”
concerti, 09.2013

“Ein feines Kammermusikfest lädt auf Klangwege jenseits des Mainstreams”
Hamburger Abendblatt, 6.9.2012

“Russische Kammermusik, ein Fest für die Sinne”
Hamburger Abendblatt, 09.09.2011

“Hochklassige Fundstücke...”
Spiegel online, 27.08.2011

“Raum für aufregende Entdeckungen”
Hamburger Abendblatt, 2.9.2010

 

 

Musikfoerderung

Vassily Lobanov gilt als einer der bedeutendsten russischen Komponisten und Pianisten seiner Generation. Alfred Schnittke: "Es gibt begabte Komponisten, es gibt begabte Pianisten, aber selten findet man solch eine Kongenialität dieser Begabungen wie bei Vassily Lobanov..."

 

Elisaveta Blumina

Die Pianistin Elisaveta Blumina, künstlerische Leiterin des Russischen Kammermusikfestes, wird mit ihrem Ensemble Blumina & Friends beim Eröffnungskonzert und auf dem Konzert von Vassily Lobanov als Gast zu hören sein.

 

Musikfoerderung

Der in St. Petersburg geborene Starpianist Alexei Volodin kommt auf Einladung des Russischen Kammermusikfestes zum ersten Mal nach Hamburg! „Ich habe mir für dieses Programm u.a. die Sonate Nr. 2 von Kapustin ausgesucht, da ich die Musik dieses Komponisten liebe.“

 

Musikfoerderung

Das von vielen Kritikern als virtuos bezeichnete Khachaturyan Trio aus Armenien arbeitet in enger Kooperation mit zeitgenössischen Komponisten und hat eine ganze Reihe neuer Kompositionen uraufgeführt, wie zum Beispiel das Trio von Tigran Mansurian, eines engen Freundes des Ensembles.

Kulturkirche Altona musikfoerderung
peermusic Oscar und Vera Ritter-Stiftung Hamburg Proobjekt

 

 

 

 

©  Musikförderung e. V.  2014  |  Impressum

Musikförderung

facebook

Russland

english